Das iPad als Multifunktionsgerät

Das iPad als Multifunktionsgerät

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Jeder der sich ein iPad kauft, ist gespannt welche Möglichkeiten dieses Tablet bietet. In letzter Zeit sieht man immer mehr iPads in Umgebungen, wo man sie anfänglich nie erwartet hätte, wie zum Beispiel in Hörsälen, Restaurants und sogar in Krankenhäusern. Wir möchten in dieser Reihe zum Thema iPad einige der besonderen Anwendungsgebiete vorstellen und die besten Apps dafür empfehlen.

Beginnen möchten wir mit der Vorstellung des iPad für User, die Zuhören und gleichzeitig Aufzeichnungen machen müssen, also etwa Studenten, Journalisten, Anwälte um nur einige zu nennen, für die das iPad den analogen Notizblock ersetzen kann.

Das iPad als Diktiergerät und Notizblock

Das iPad dient dann als Diktiergerät mit Notizfunktion um beispielsweise in der Universität die Vorlesungen mitzuschreiben, oder in vorher zur Verfügung gestellte Skripte mitzuschreiben und Anmerkungen zu machen. Es gibt einige Apps die eine Empfehlung wert sind und die es erlauben, mit Tastatur, Finger oder einem Stylus zu schreiben. Es ist erstaunlich was auf diesem Gebiet bereits alles möglich ist.
AudioNote ist, wie der Name bereits sagt, dafür gemacht Notizen zu machen während man Audio aufzeichnet. Optimal bei einem Interview oder der Vorlesung um eigene Kommentare zum Audio hinzuzufügen. Damit ist es aber noch nicht getan: Spielt man die Aufzeichnung ab, hebt AudioNote jedes Wort und jeden Pinselstrich farblich hervor, so dass man die Notizen zu einer Audiostelle genau bestimmen kann. Es wird sogar noch besser: mit einem Doppeltap auf ein Wort springt AudioNote genau zu dem Zeitpunkt in der Audioaufzeichnung, zu dem dieses Wort geschrieben wurde.

Besonders schön ist, dass man auch mit einem Stift schreiben oder schnell mit dem Finger Skizzen machen kann, wenn man die iPad Tastatur nicht so mag. Für meine Markierungen, Formen und Stiftfarben erscheint eine Farbpalette aus der die gewünschte Farbe ausgewählt werden kann.

Weiterhin ist es möglich zwischen verschiedenen Papieren zu wählen, wie weiß, liniert oder kariert.

Insbesondere im Business Bereich und für Studenten ist somit bei dieser App viel Potential zu sehen. Die einen können ihre Meeting-Notizen effizienter gestalten und Lernende müssen sich nicht mehr alles mitschreiben was der Professor lehrt, sondern eine Notiz oder ein Schlagwort genügt, um später die entscheidende Stelle in der Aufzeichnung wiederzufinden.

In der kostenfreien Light-Version ist die Zahl der Audio-Mitschnitte begrenzt und man kann diese auch nicht per E-Mail versenden. Zum Austesten sollte die die App dennoch auf jeden Fall einmal auf jedem iPad laden. Die AudioNote Features im Überblick:

  • Synchronisiert Schriften und Tonaufnahmen
  • Voll funktionsfähige Textnotizen Anwendung, mit kopieren und einfügen
  • Schreibmodus für Zeichnung oder handschriftliche Notizen
  • Springt direkt auf Audio durch Antippen Text oder Zeichnungen. Tippen und halten, bis 10 Sekunden vor zu suchen.
  • Komplette Farbpalette bei Linien, Pfeilen, Formen und Auswahl von Linienstärke
  • Papierwahl zwischen kariert, liniert, gelb und weiß

Handschriftliche Notizen in Text umwandeln

Wer auf der Suche nach einer App ist, die handschriftliche Notizen in getippten Text umwandelt, der wird bei WritePad fündig. Die Besonderheit liegt in der Qualität dieser App. Es ist keine lange Übung mit dem Stift und dem Schreiben nötig, sondern die Software erkennt die Schrift mit einer unglaublichen Genauigkeit. Die Handhabung ist dabei denkbar einfach: Man schreibt einfach auf den Screen oder in ein Zoomfeld und die App macht daraus getippten Text.
Einfach anschalten und loslegen. Die Erkennungssoftware ist intelligent und passt die Worte an, je nachdem was nach ihnen kommt. Also schreibt man eine Zeile und kann dann beobachten, wie sich die Handschrift in sauberen Text verwandelt. Erkannt wird sowohl Blockschrift als auch Schreibschrift. Es gibt verschiedene Sprachversionen von WritePad. Wer die deutsche Version kauft, braucht also nicht versuchen darin Englisch zu schreiben. Die Worterkennung wird nicht funktionieren.

Weiterhin ist für viele User die Microsoft Office Suite unverzichtbar, denn der Austausch von Dokumenten findet meist über Word, PowerPoint oder Excel-Sheets statt. Die iWork-Programme Numbers, Pages und Keynote machen das iPad jedoch auch hier fit. Numbers für Tabellenkalkulationen, Pages um Dokumente zu erstellen und zu bearbeiten, Keynote schließlich für die Erstellung von Präsentationen. Alle genannten iWork Apps haben eine Vollbild-Ansicht für optimale Präsentationen.

Office Dateiformate

Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien lassen sich problemlos öffnen und bearbeiten. Numbers kann .xls-Dateien (Excel) öffnen und bearbeiten. Pages ist für .doc-Dateien (Word) geeignet und mit Keynote können .ppt-Dateien (Powerpoint) angezeigt und bearbeitet werden.

Numbers und Pages

Numbers ist besonders für die Erstellung und Bearbeitung von Tabellenkalkulationen geeignet. Mit Tabellen, Diagrammen, Fotos und Grafiken. Ganz einfach und sehr innovativ mit den Fingern zu bedienen, stehen viele Dokumentvorlagen und vorgefertigte Stile für Tabellen und Diagramme zur Verfügung. Formeln und Funktionen, wie aus Excel bekannt, können einfach angewendet werden. Pages ist die perfekte App für Dokumente, wie man sie aus Word kennt. Auch hier können Dokumente geteilt und im PDF-Format per Mail verschickt werden. Dateien können über einen Dateimanager verwaltet werden.

Keynote

Keynote ist die perfekte App zur Erstellung von Präsentationen. Mit Fingertipps lassen sich ganz einfach Inhalte zusammenfügen, mit animierten Diagrammen und Übergängen. Mit dem automatischen Übergang “Zauberei” können einzelne Objekte zwischen den Folien animiert werden. Das besondere an Keynote ist, dass sich die Folien auch über einen optional erhältlichen Adapter in riesengroß auf einem angeschlossenen Bildschirm oder Projektor präsentieren lassen. Über den Moderatormonitor kann die nächste Folie in der Vorschau angeschaut und die Notizen gelesen werden.

Oftmals werden Skripte auch in PDF Form als Download zur Verfügung gestellt. Einfache PDFs, etwa in einer E-Mail, können vom ins System integrierten PDF-Betrachter problemlos angezeigt werden können. Bei komplexeren Dokumenten benötigt man aber ein funktionsreicheres Anzeigeprogramm.

PDFs in iBook lesen

Vielen iPad Usern ist nicht bekannt, dass die kostenlose iBooks-App nicht nur E-Books verkauft, sondern sich auch bestens als PDF-Leseprogramm nutzen lässt. Drückt man lang auf einen Anhang in einer E-Mail im PDF Format, so kann man mit „Öffnen in…“ die iBooks App auswählen.

Nach dem ersten Öffnen wird in der App ein übersichtliches Regal für PDFs angelegt, in welchem die Dateien jederzeit wieder erreichbar sind. Will man PDFs vom PC übertragen, fehlt leider die Möglichkeit sie über die Dateifreigabe in iTunes direkt zu kopieren. Es klappt wenn man sich die Datei selbst per E-Mail schickt. Weiterhin fehlt jede Möglichkeit zur Bearbeitung, es ist also eine reine Leseansicht.

Die elegantere Version mit einer Menge weiteren Features zum PDF lesen ist hingegen der Goodreader.

Der Goodreader ein Multitalent

Sind die Dateien in der App Goodreader gelandet, kann man über einen Browser auf sie zugreifen.

Dabei muss man natürlich nicht auf die Erstellung und Verwaltung von Ordnern verzichten, damit die Übersicht nicht verloren geht. Zoomen, Blättern und die Navigation sind bereits beim ersten Start vertraute Komponenten.

Rudimentäre Dateiformate, wie etwa einfache Textdateien, können sogar bearbeitet werden und neu angelegt.

Auch an Export-Funktionen, wie etwa den Versand per E-Mail, haben die Entwickler gedacht. Seit dem neuesten Update gibt es sogar noch eine bessere Nachbearbeitung von PDFs durch das neu gestaltete Pop-Up-Menu: Jegliche Art von Kommentar (Handschrift / Text) kann eingefügt oder Rähmchen gezogen werden, usw.

Der Clou an der App ist aber mit Sicherheit ihre Vernetzung: iCloud, Dropbox, WebDAV oder iDisk alles ist möglich. Dateien lassen sich runterladen, hochladen, duplizieren, verschieben. Wer aus der Windowswelt kommt und noch gerne mit Ordnerstrukturen arbeitet, wird sich hier schnell heimisch fühlen. Der eingebaute Dateimanager in GoodReader fürs iPad lässt keine Wünsche offen und kann sogar Zip-Dateien entpacken. Der Goodreader ist ein Muss für jedes iPad.